Der Grund liegt im Stadtbild selbst. Zwischen der Bregenzer Innenstadt und dem Ufer verlaufen die Bahnlinie und das Festspielgelände – ein Streifen, der die klassischen Innenstadthotels vom Wasser trennt. Zwei Häuser, die wir dort geprüft haben, mussten wir deshalb ablehnen, bei einem dritten beschweren sich Gäste in Bewertungen ausdrücklich über eine verstellte Sicht. Wer in der Oberstadt oder rund um den Bahnhof bucht, bekommt Bregenz, aber keinen See.
Eine Ausnahme mit Einschränkung ist das Hotel Garni Bodensee mitten in der Stadt. Es hat Panorama-Zimmer, deren Ausrichtung sich wählen lässt, auch Richtung See. Als eigene Buchungskategorie „Seeblick“ ist das aber nicht ausgewiesen – wer sichergehen will, sollte bei der Reservierung gezielt nach einem seeseitigen Zimmer fragen und sich das schriftlich bestätigen lassen. Deshalb führen wir das Haus nur als teilweisen Seeblick.
Zwei weitere Adressen liegen tatsächlich in der Stadt selbst, direkt am Hafenbecken. Das Apartment Bodensee Comfort Hideaway an der Nepomukgasse blickt vom Hafenbecken aus auf den See – der seltene Innenstadt-Treffer, bei dem die Bahnlinie tatsächlich mal nicht im Weg steht. Die Ferienwohnung „Pink Sissi“ in der Seestraße 7 liegt ebenfalls am Wasser, der Seeblick fällt hier aber seitlich aus statt frontal, weshalb wir sie wie den Garni Bodensee nur als teilweisen Seeblick führen. Wer unbedingt in der Stadt selbst übernachten will, hat mit diesen beiden Adressen zumindest eine echte Chance.
Die verlässlichste Adresse liegt trotzdem außerhalb der Stadt: Das Seehotel Am Kaiserstrand in Lochau steht auf einer Landzunge, die direkt ins Wasser hineinragt. Die Bahnlinie, die der Innenstadt den Blick verstellt, verläuft hier landeinwärts hinter dem Gebäude und stört nicht. Seeblick gibt es ab der Comfort-Kategorie über Superior- und Junior-Suite-Zimmer bis zur Kaiser Suite.
Am Pfänderhang, auf rund 750 Metern über dem See, liegt das Fritsch am Berg – ein Adults-only-Haus mit freier Sichtachse über die ganze Bregenzer Bucht. 28 der Doppelzimmer haben Seeblick, dazu das Zimmer „Lindau“ mit Blick auf die vorgelagerte Insel. Wer Höhe der unmittelbaren Ufernähe vorzieht, ist hier richtig – der Hang liegt oberhalb, nicht direkt am Wasser.
Kulturell zählt das Kunsthaus Bregenz von Peter Zumthor zu den bekanntesten Museumsbauten am See, und die Oberstadt mit dem Martinsturm zeigt, wie die Stadt vor der Bahnlinie ausgesehen hat. Im Juli und August bespielen die Bregenzer Festspiele die Seebühne, die größte ihrer Art weltweit, und die Pfänderbahn bringt in wenigen Minuten auf 1.064 Meter, von wo der See wie eine Landkarte daliegt. Wer den See als Kulisse will, hat inzwischen die Wahl: zwei Apartments mitten in der Stadt, oder die etablierten Häuser in Lochau, eine kurze Fahrt über die Uferpromenade entfernt.
Alle Angaben zum Seeblick wurden redaktionell recherchiert (offizielle Hotelangaben,
Buchungsportale, Gästebewertungen) und mit Datum versehen. Preise sind Beispielwerte inkl. Steuern
für einen 2-Nächte-Zeitraum und können sich ändern. Buchungslinks sind Partner-/Affiliate-Links.