Tremezzo gehört zur Tremezzina, jenem Uferabschnitt am Westufer des Comer Sees, der sich von Ossuccio bis Lenno zieht und als eine der schönsten Riviera-Strecken des Sees gilt. Der Ort selbst ist überschaubar, aber gewichtig: Hier liegt die Villa Carlotta mit ihrem berühmten Azaleengarten direkt am Wasser, und viele Zimmer der gelisteten Hotels blicken genau in die Richtung, aus der im späten Frühling der Duft der Blüten herüberzieht. Wer am Ufer entlangläuft, folgt dem Greenway del Lago di Como, der von Colonno bis Griante führt und mitten durch Tremezzo verläuft.
Das Grand Hotel Tremezzo ist der Grund, warum viele den Ortsnamen überhaupt kennen. Der Belle-Époque-Bau von 1910 steht direkt am Ufer, mit einer Fassade wie von einer alten Postkarte des Sees. Die Lake-View-Zimmer der Kategorien Deluxe und Prestige sowie die Suiten schauen auf die Bellagio-Halbinsel gegenüber – bei klarer Sicht erkennt man die Umrisse bis nach Varenna. Berühmt ist der schwimmende Pool im See selbst, drei Plattformen, die im Sommer für die bekanntesten Fotos des ganzen Sees sorgen. Es ist die teuerste Adresse im Ort, aber auch die mit dem größten Blick-Radius.
Deutlich bodenständiger geht es im Hotel Bazzoni zu, das an der Via Regina liegt, der alten Uferstraße, gut 40 Meter vom Wasser entfernt. Die Lake-View-Zimmer haben eigene Balkone oder Terrassen, von denen aus man über die Dächer der Nachbarhäuser hinweg auf den See schaut. Das ist kein Logenplatz wie im Grand Hotel, aber ein ehrlicher, freier Blick, der bei einem Haus dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit ist – weshalb bei uns auch nur ausgewiesen ist, was tatsächlich geprüft wurde.
Das La Darsena Boutique Hotel liegt an der Promenade, dort wo die kleinen Boote der Anwohner vertäut sind – daher der Name, darsena heißt Bootshafen. Die Zimmerkategorien reichen vom Signature Room mit zwei Balkonen bis zum Attic unterm Dach, das ebenfalls Seeblick hat, wenn auch mit dem typischen schrägen Fensterausschnitt eines Dachgeschosses. Für ein kleines Boutique-Haus mitten im Ort ist das ein Blick, den man sonst nur in den großen Hotels bekommt.
Praktisch für alle drei Häuser: Von der Anlegestelle in Tremezzo fährt die Fähre nach Bellagio, und der Blick aus den Zimmern geht meist genau in diese Richtung – man schaut also dorthin, wo man mit wenigen Minuten Überfahrt auch hinkommt. Weil die Tremezzina am Westufer liegt, bekommt man die Sonne vor allem am Nachmittag und Abend aufs Wasser, das Licht steht dann günstig für den Blick von der Terrasse. Wer den See ohne Auto erkunden will, kommt in Tremezzo gut zurecht: Fähre, Greenway und Villa Carlotta liegen alle in Gehweite.
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