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Cinque Terre oder Amalfiküste? Welche der beiden italienischen Steilküsten besser zu Ihnen passt

Cinque Terre und Amalfiküste landen oft auf derselben Wunschliste – dabei sind sie verschiedener, als die Fotos vermuten lassen. Wir vergleichen beide ehrlich, vom Meerblick bis zur letzten Treppe.

Titelbild: Mathieu Chollet / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Auf den Urlaubsfotos sehen sie sich zum Verwechseln ähnlich: bunte Häuser, die eine Steilküste hinabklettern, türkises Wasser, ein paar Boote im winzigen Hafen. Die ligurischen Cinque Terre im Nordwesten und die kampanische Amalfiküste im Süden landen darum gern gemeinsam auf der Wunschliste. Wer beide kennt, weiß: Beim Urlaub mit Meerblick sind das zwei sehr unterschiedliche Welten. Welche besser passt, hängt an ein paar konkreten Fragen.

Cinque Terre – fünf Dörfer, kaum ein Hotel

Die Cinque Terre sind fünf winzige Fischerdörfer – Monterosso, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore (unser Titelbild zeigt Vernazza) –, die in engen Schluchten zum Meer hin liegen. Klassische Hotels gibt es hier fast keine. Man wohnt in privaten Ferienwohnungen, oft in alten, hohen Häusern ohne Aufzug. Die Dörfer sind weitgehend autofrei; angereist wird mit dem Zug, der durch Tunnel von Ort zu Ort fährt.

Beim Meerblick muss man hier genau hinschauen. Die Häuser stehen zwar steil übereinander, aber die Hauptgassen ziehen die Schlucht landeinwärts hinauf – viele Fenster blicken auf die Gasse, nicht aufs Wasser. Die echten Meerblick-Wohnungen liegen an den seitlichen Hängen oder direkt über dem Hafen: etwa die Casa Teresa am äußersten Ende der Hafenpiazza von Vernazza oder die Apartments an der oberen, seeseitigen Belvedere-Gasse von Manarola. Genau solche Häuser haben wir herausgesucht.

Die Stadt Amalfi im goldenen Abendlicht, vom Hafenpier aus gesehen, mit Klippen und bunten Häusern
Amalfi vom Hafenpier aus: Die alte Seerepublik liegt am Fuß einer Schlucht, gesäumt von Klippenhotels über dem Tyrrhenischen Meer. Foto: Ugeorge / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Amalfiküste – die Heimat der Klippenhotels

Südlich von Neapel funktioniert die Küste anders. Hier reiht sich ein Klippen-Grandhotel ans nächste, und in Orten wie Amalfi, Positano und Ravello schaut fast jedes Zimmer aufs Tyrrhenische Meer. Das ist die Region der großen Namen: das Santa Caterina über Amalfi mit dem Glasaufzug hinab zum Privatstrand, Le Sirenuse mitten in Positano, das Palazzo Avino hoch über Ravello. Die meisten dieser Häuser haben eine eigene, klar buchbare Meerblick-Kategorie und – im Unterschied zu den Cinque Terre – einen Aufzug.

Angereist wird über die berühmte, kurvige Küstenstraße SS163, per Bus oder im Sommer bequem mit der Fähre. Das Preisniveau liegt deutlich über dem der Cinque Terre. Dafür bekommt man Hotelservice statt Selbstversorger-Wohnung.

Der direkte Vergleich

Auf den Punkt gebracht:

Für wen welche Küste?

Die Cinque Terre passen zu Ihnen, wenn Sie gern wandern, gut zu Fuß sind, eine eigene Wohnung dem Hotel vorziehen und das Geld lieber in den Trattorien lassen als im Zimmer. Die fünf Dörfer hängen an einem der schönsten Küstenwanderwege Europas, und abends wird es ruhig, sobald die Tagesgäste im Zug zurück sind.

Die Amalfiküste ist die richtige Wahl, wenn Sie Hotelkomfort und einen garantierten Meerblick wollen, gern essen gehen und das Kochen im Urlaub anderen überlassen. Wer schlecht zu Fuß ist, fährt fast immer besser an die Amalfiküste – wegen der Aufzüge. Mehr dazu in unserem Beitrag über Meerblick ohne Treppensteigen.

Lässt sich beides verbinden? Theoretisch ja, praktisch liegen rund sechs Stunden Fahrt dazwischen – die Cinque Terre im ligurischen Nordwesten, die Amalfiküste südlich von Neapel. Für eine Woche entscheidet man sich besser für eine der beiden Küsten und lernt sie richtig kennen, statt einen langen Umzugstag einzuplanen.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Cinque Terre und Amalfiküste?

Die Cinque Terre liegen in Ligurien im Nordwesten Italiens und bestehen aus fünf autofreien Dörfern, in denen man fast nur in Ferienwohnungen wohnt und mit dem Zug anreist. Die Amalfiküste liegt südlich von Neapel und ist die Region der Klippen-Grandhotels mit Küstenstraße, Bussen und Fähren. Cinque Terre heißt Selbstversorgung und Wandern, Amalfi heißt Hotelkomfort.

Wo ist der Meerblick zuverlässiger?

An der Amalfiküste. Dort schaut in Orten wie Positano, Amalfi und Ravello fast jedes Hotelzimmer aufs Meer, und der Blick ist als buchbare Zimmerkategorie ausgewiesen. In den Cinque Terre hängt der Meerblick stark von der genauen Lage der Ferienwohnung ab, weil viele Häuser in die enge Schlucht statt aufs Wasser blicken.

Welche der beiden Küsten ist günstiger?

Im Schnitt die Cinque Terre, weil man dort in Ferienwohnungen statt in Grandhotels wohnt und sich selbst versorgt. Die Amalfiküste mit ihren bekannten Klippenhotels liegt deutlich höher im Preis.

Welche eignet sich besser bei eingeschränkter Mobilität?

Die Amalfiküste. Ihre Hotels haben in der Regel Aufzüge, die einem die Höhenmeter abnehmen. Die Cinque Terre sind dagegen voller Treppen, und viele Ferienwohnungen liegen in alten Häusern ohne Lift. Wer schlecht zu Fuß ist, ist an der Amalfiküste klar besser aufgehoben.

Kann man Cinque Terre und Amalfiküste in einem Urlaub verbinden?

Möglich ist es, aber zwischen beiden liegen rund sechs Stunden Fahrt. Für eine einzige Woche lohnt sich das selten – dann verbringt man einen ganzen Tag mit Umziehen. Wer beide sehen will, plant besser zwei Wochen ein oder hängt eine der Küsten an einen Aufenthalt in Rom oder Florenz an.