Wir prüfen jede Unterkunft einzeln, und über die Monate ist uns eine Sache aufgefallen: An manchen Orten lehnen wir fast nie ein Haus ab, weil dort schlicht jedes Zimmer aufs Wasser schaut. An anderen müssen wir drei von vier aussortieren. Der Unterschied liegt in der Geografie. Wo sich ein Dorf senkrecht eine Klippe hinaufstapelt oder an einem Kraterrand klebt, hat fast jedes Haus freie Sicht. Wer auf Nummer sicher gehen will, wählt einen dieser Orte. Hier sind die mit der höchsten Trefferquote.
Die Amalfiküste: Positano, Amalfi, Ravello, Praiano
Keine Region ist so verlässlich wie die Amalfiküste. In Positano und Amalfi haben wir bisher praktisch jedes geprüfte Hotel mit voller Meerblick-Kategorie aufgenommen – Le Sirenuse, Santa Caterina, das Miramalfi. In Ravello hoch über dem Golf von Salerno blicken sechzehn von siebzehn gelisteten Häusern aufs Wasser, im Klippendorf Praiano zweiundzwanzig von vierundzwanzig. Die Küste ist gebaut wie eine Tribüne zum Meer. Welche der beiden großen italienischen Steilküsten besser zu Ihnen passt, klären wir im Vergleich Cinque Terre gegen Amalfiküste.
Santorini und die griechische Caldera
Santorini ist unser größtes Reiseziel und zugleich eines der sichersten. Die Häuser von Oia, Imerovigli und Firá kleben an der Innenkante des Vulkankraters, jede Terrasse fällt steil zur Caldera ab. Von siebenundvierzig geprüften Häusern haben vierundvierzig vollen Meerblick. Nur ein paar zurückgesetzte Villen eine Querstraße hinter der Kante fallen durch – die typische Ausnahme, auf die wir achten. Den Sonnenaufgang über Oia haben wir im Beitrag über Frühstück mit Meerblick zum Titelbild gemacht.
Capri, Taormina und Funchal
Auch die Inseln und Steilküsten weiter südlich liefern verlässlich. Auf Capri richten sich die Häuser zur Marina Piccola und den Faraglioni-Felsen aus – dreiundzwanzig von siebenundzwanzig mit Meerblick. Taormina auf Sizilien thront auf einem Felsbalkon über dem Ionischen Meer, hier hat bisher jedes einzelne geprüfte Haus den Blick. Und Funchal auf Madeira reiht seine Hotels an der Klippe über dem Atlantik auf – mehr dazu in unserem Beitrag über Winter-Sonne auf Kanaren und Madeira.
Und wo es eben nicht selbstverständlich ist
Zum Vergleich die andere Seite. In den Cinque Terre ziehen die Hauptgassen die enge Schlucht hinauf, viele Fenster sehen die Gasse statt das Meer. In den flachen Badeorten an Adria und Ostsee schiebt der Dünen- oder Promenadengürtel die Häuser zurück. Dort entscheidet die genaue Lage des einzelnen Hauses – und dort lehnen wir am meisten ab. Genau deshalb prüfen wir jede Unterkunft einzeln, statt uns auf den Ortsnamen zu verlassen.
Schön, aber steil: Die Orte mit der höchsten Meerblick-Quote sind fast immer die steilsten. Wo jedes Zimmer aufs Wasser schaut, führen meist viele Treppen dorthin. Wer das nicht möchte, findet die flachen Alternativen in unserem Beitrag Meerblick ohne Treppensteigen. Und wann das Meer an diesen Orten am wärmsten ist, steht im Spätsommer-Beitrag.