Es gibt diesen einen Moment im November, wenn zu Hause die Heizung anspringt und das Mittelmeer auf seine Winterruhe zugeht. Genau dann beginnt zweitausend Kilometer weiter südwestlich die angenehmste Reisezeit des Jahres. Die Kanaren und Madeira liegen weit genug südlich, dass die Sonne auch im Januar wärmt – und der Atlantik gibt seine Sommerwärme so langsam ab, dass Baden bis weit in den Winter möglich bleibt. Für einen Urlaub mit Meerblick sind die Inseln die verlässlichste Wahl, sobald der Kalender Dezember zeigt.
Warum die Inseln im Winter funktionieren
Der Grund liegt in der Lage. Die Kanaren liegen auf der Höhe der Sahara, knapp nördlich des Wendekreises – im Januar klettert das Thermometer tagsüber verlässlich auf 21 bis 22 Grad, das Wasser hält etwa 19 bis 20 Grad. Madeira liegt ein Stück weiter nördlich und ist eine Spur kühler und grüner: tagsüber um die 19 Grad, das Meer bei rund 19 Grad. Beide Inselgruppen haben das, worauf es im Winter ankommt – Sonne. Die Kanaren bringen es übers Jahr auf mehr als 2.700 Sonnenstunden. Madeira ist wechselhafter, der grüne Norden deutlich regnerischer; an der geschützten Südküste um Funchal bleibt es meist mild und trocken.
Madeira: Meerblick über dem Atlantik
Madeira ist eine Insel der Steilküsten, und genau das macht den Meerblick hier so zuverlässig. In Funchal reihen sich die Hotels an der Avenida do Infante und auf den Klippen über dem Wasser auf – das Reid’s Palace, das Cliff Bay und das Savoy Palace haben eigene Ocean-View-Kategorien und Aufzüge bis hinunter zur Badeplattform. Wer es ruhiger mag, fährt ein paar Kilometer weiter nach Caniço, wo das Galo Resort direkt auf der Atlantikklippe sitzt. Das alte Fischerdorf Câmara de Lobos auf unserem Titelbild zeigt, wie die Insel tickt: bunte Boote, ein paar Häuser am Hang, das Meer gleich dahinter. Schon Winston Churchill stellte hier seine Staffelei auf.
Kanaren: Sonne fast garantiert
Die Kanaren sind die sicherere Bank, wenn es um Sonne geht. Auf Gran Canaria liegt das Hotel Faro in erster Reihe an der Meloneras-Promenade von Maspalomas, gleich neben den berühmten Dünen. An der Costa Adeje auf Teneriffa haben das Bahía del Duque und das Jardines de Nivaria feste Meerblick-Kategorien direkt am Strand der Playa del Duque. Auf Lanzarote zieht sich die Hotelzeile von Puerto del Carmen die Playa Grande entlang, und im grünen Norden Teneriffas, in Puerto de la Cruz, blicken die Häuser am Lago Martiánez auf den rauen Atlantik. Wer lieber Dünen und langen Sandstrand hat, ist in Corralejo auf Fuerteventura richtig.
Worauf man im Winter achten sollte
Zwei Dinge unterscheiden den Winterurlaub vom Sommer. Erstens die Himmelsrichtung: Die Wintersonne steht tief, ein Balkon nach Süden oder Südwesten holt die meiste Wärme und das längste Licht. Zweitens das Inselrelief. Auf Teneriffa und Madeira regnet es im Norden öfter, während der Süden in der Sonne liegt – der Teide und die Bergketten halten die Wolken zurück. Für verlässliches Winterwetter mit Meerblick lohnt sich der Süden: Costa Adeje statt Nordküste, Funchals geschützte Südseite statt der regnerischen Berghänge.
Vorlauf lohnt sich: Die Wintermonate sind auf den Kanaren Hauptsaison – halb Nordeuropa flieht vor der Kälte. Die guten Meerblick-Zimmer für Dezember bis Februar sind oft schon im Spätsommer ausgebucht. Wer über Weihnachten oder Silvester mit Blick aufs Wasser sitzen will, bucht besser früh.