meerblickurlaub.de

September und Oktober am Meer: wenn das Wasser am wärmsten und die Promenade am leersten ist

Der September ist der unterschätzte Monat am Meer: badewarmes Wasser, milde Abende auf dem Balkon und viel weniger Betrieb als im August. Wir zeigen, wo sich der Spätsommer bis in den Oktober lohnt.

Titelbild: Nicolas Chadeville / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Im August ist die Promenade voll, das Hotel ausgebucht und der Preis auf dem Höhepunkt. Vier Wochen später sieht dieselbe Bucht ganz anders aus: Die Familien sind zurück in der Schule, die Strandliegen halb leer – und das Meer ist wärmer als im Hochsommer. Der September gehört zu den besten Monaten für einen Urlaub mit Meerblick, und über viele Ziele lässt sich das bis tief in den Oktober sagen.

Warum das Meer im September wärmer ist als im Juni

Das klingt verkehrt, stimmt aber. Wasser speichert Wärme viel länger als Luft. Über den ganzen Sommer heizt die Sonne das Mittelmeer langsam auf, der Höchststand wird erst im Spätsommer erreicht. Im Juni liegt die Wassertemperatur an den meisten Küsten bei 21 bis 23 Grad – angenehm, aber frisch. Im September sind es im Schnitt 24 bis 26 Grad, an den wärmsten Küsten mehr. Die Luft kühlt schon ein wenig ab, das Wasser hält die Sommerwärme. Diese Mischung – warmes Meer, milde statt drückende Hitze – macht den Reiz aus.

Wo es bis in den Oktober warm bleibt

Je weiter südöstlich, desto länger die Saison. Vor der türkischen Südküste und den griechischen Inseln wie Rhodos klettert das Wasser im September auf rund 26 bis 27 Grad und bleibt auch im Oktober badewarm. Santorini und Mykonos verlieren im September ihren ärgsten Wind und einen Großteil der Kreuzfahrt-Tagesgäste. In Süditalien hält der Spätsommer ebenfalls lange an – auf Sizilien etwa in Taormina (unser Titelbild) oder im normannischen Cefalù, wo das Tyrrhenische Meer bis in den Oktober angenehm bleibt.

Stille Felsbucht mit klarem türkisem Wasser und kleinen Fischerhäusern an der Ostküste von Mallorca
Im Spätsommer hat man die kleinen Buchten oft fast für sich – hier die Cala Pedruscada bei Cala Rajada an der Ostküste Mallorcas. Foto: Isiwal / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Der goldene Oktober am westlichen Mittelmeer

Am westlichen Mittelmeer kühlt das Wasser etwas früher ab, der Oktober bleibt aber mild. Auf Mallorca kann man in den ruhigen Buchten der Ostküste oft bis in den Oktober baden, und die Insel zeigt sich ohne den Ballermann-Trubel von ihrer stillen Seite. An der andalusischen Costa del Sol und an der Côte d’Azur rund um Nizza sind die Septembertage noch sommerlich, die Preise aber schon spürbar gefallen.

Kanaren und Madeira – der Herbst ist die beste Zeit

Eine Sonderrolle spielen die Kanaren und Madeira im Atlantik. Hier ist es das ganze Jahr mild, doch der Herbst ist oft die angenehmste Zeit überhaupt: Der Passatwind, der im Hochsommer für ständige Brise sorgt, lässt nach, das Wasser ist mit gut 23 Grad am wärmsten. Wer im Oktober Sonne und Meerblick sucht und nicht ans Mittelmeer gebunden ist, liegt auf Gran Canaria oder in Funchal goldrichtig.

Was der Spätsommer mit dem Meerblick-Zimmer macht

Ein schöner Nebeneffekt der Jahreszeit: Die Sonne steht im September tiefer. Auf einem nach Westen gerichteten Balkon bedeutet das langes, goldenes Abendlicht über dem Wasser – die schönste Stunde des Tages, im Hochsommer oft vom Dunst verschluckt. Die See ist nach den ruhigen Sommerwochen meist glatt. Und weil viele Hotels die Hauptsaison-Preise senken, ist ein gutes Meerblick-Zimmer im September häufig für deutlich weniger zu haben als noch im August. Früh buchen lohnt sich trotzdem: Die ersten Reihen sind auch im Spätsommer schnell weg.

Tipp zur Planung: Je später im Jahr, desto weiter südöstlich sollte das Ziel liegen. Für Oktober sind die Türkei, Rhodos, Sizilien und die Kanaren die sicheren Bänke; das westliche Mittelmeer ist dann eher etwas für milde Tage als fürs ausgiebige Baden. Achten Sie bei der Buchung auf die Himmelsrichtung des Balkons – nach Süden oder Westen für die Abendsonne.

Alle Reiseziele auf der Karte ansehen →

Häufige Fragen

Ist das Mittelmeer im September noch warm genug zum Baden?

Ja, und oft besser als im Frühsommer. Die Wassertemperatur liegt im September im Schnitt bei 24 bis 26 Grad, an den südöstlichen Küsten höher. Damit ist das Meer wärmer als im Juni, weil es sich über den ganzen Sommer aufgeheizt hat.

Wo kann man im Oktober noch baden?

Am längsten warm bleibt das südöstliche Mittelmeer: die türkische Südküste, Rhodos und andere griechische Inseln, dazu Sizilien und Süditalien mit rund 23 bis 25 Grad im Oktober. Ganzjährig mild sind die Kanaren und Madeira im Atlantik, wo der Herbst sogar die angenehmste Reisezeit ist.

Warum ist das Meer im September wärmer als im Frühsommer?

Wasser speichert Wärme viel träger als Luft. Es braucht den ganzen Sommer, um sich aufzuheizen, und gibt die Wärme im Herbst nur langsam wieder ab. Deshalb ist der Höchststand der Wassertemperatur erst im Spätsommer erreicht, während die Luft schon abkühlt.

Sind Meerblick-Hotels im September günstiger?

Häufig ja. Sobald die Schulferien vorbei sind, senken viele Häuser die Hauptsaison-Preise, und gerade die begehrten Meerblick-Zimmer der ersten Reihe sind dann eher zu haben. Wer flexibel ist, bekommt im September oft mehr Blick fürs Geld als im August.

Welcher Balkon hat im Spätsommer das beste Abendlicht?

Ein Zimmer mit Balkon nach Westen oder Südwesten. Weil die Sonne im September und Oktober tiefer steht, gibt es dort lange, goldene Abendstunden über dem Wasser. Achten Sie bei der Buchung auf die Himmelsrichtung – sie steht nicht immer dabei, lässt sich aber leicht erfragen.